Wo bleiben bitte die Tablet-Apps?

Vom 31. August 2012 in Critique

Nachdem ich nun auch Besitzer eines Android-Tablets bin, sind App-Downloads akut interessant für mich, um das Ding auch nutzen zu können. Nun bin ich beileibe kein Exot, sondern 2012 werden weltweit insgesamt ca. 120 Millionen Tablets verkauft werden. 2011 waren es noch die Hälfte – es sind also schon massig Tablet-Nutzer vorhanden.

Wenn ich aber in den Google-Play-Store schaue und Spiele-Apps zur eigenen Unterhaltung kaufen, oder für eine langweilige Autofahrt mit meinen Kindern vorsorgen will, bekomme ich das kalte Grausen. Das Angebot ist absolut lächerlich. Und ich bin durchaus bereit Geld auszugeben, aber haben möchte es offenbar keiner…

Wo sind bitte Spiele-Umsetzungen von Klassikern wie Zelda, Super Mario, Sonic, Tomb Raider und wie sie alle heißen? An fehlender Rechenpower kann es nicht liegen. Mein Tablet wird von einem Quadcore-Prozessor betrieben, für den frühe Konsolenspiele kein Problem sein sollten. Wollen die Rechteinhaber kein Geld mehr verdienen? Wenigstens eine Umsetzung von GTA 3 ließ sich finden – als rühmliche Ausnahme.

Genauso bei den Spiele-Apps für Kinder. Außer ein paar schlecht gemachten Apps auf Handy-Niveau läßt sich nichts finden, obwohl meiner Meinung nach ein riesiger Markt hierfür da ist. Maßgeschneidertes für den deutschen Markt ist auch überhaupt nicht vorhanden – Was sollen meine Kinder mit englischsprachigen Lernspielen? Kinderunterhaltung am Tablet wäre auch mit animierten Kinderbüchern, oder interaktiven Trickfilmen möglich. Wo sind hier die Umsetzungen der Verlage? Ach ja, die sind ja mit sich selbst und dem Leistungsschutzrecht beschäftigt. Anstatt sich mit Kinder-Apps eine goldene Nase zu verdienen, wird wohl weiterhin ein totes Pferd geritten.

Als Beispiel ließ sich lediglich eine animierte App mit einer Olchi-Geschichte im Appstore finden. Hallo? Es gibt so viele Geschichten mit den Olchis, wo jede einzelne als App vermarktet werden könnte. Ebenso jede andere Kindergeschichte, deren Artwork doch meist schon digital im Verlag vorliegt. So schwer kann es doch nicht sein, eine App daraus zu machen.

Also liebe Publisher und Verlage, hier ist noch ein riesiger Wachstumsmarkt. Macht Euch an die Arbeit!