NIKON D3000

Vom 9. September 2009 in Digitalkamera

Ein übersichtliches, einfaches Bedienkonzept und ein günstiger Preis, der sich dem kompakter Topkameras bedrohlich nähert – so das Erfolgsrezept, mit dem Nikons brandneue Einsteiger-SLR D3000 dem Kompaktkameramarkt die Käufer ausspannen will. Wie die Chancen stehen? ColorFoto vergleicht die D3000 mit acht Konkurrenzmodellen von Canon, Olympus, Pentax und Sony.

26,7 Millionen Deutsche fotografieren bisher primär mit einer Kompaktkamera, nur 2,75 Millionen mit der digitalen Spiegelreflex (Quelle AWA 2009). Dass die Kleinen trotz ihrer deutlich unterlegenen Bildqualität eine derart überlegen große Zielgruppe ansprechen, liegt vor allem an der einfacheren Bedienung, aber auch am Preis – davon sind die SLR-Hersteller überzeugt, die in letzter Zeit massiv versuchen, Kompaktkamerafotografen auf ihre Seite zu ziehen und die Marktanteile zu ihren Gunsten zu verschieben.

Nikon schickt als Lockvogel die brandneue Einsteiger-SLR D3000 ins Rennen. Mit ihrer aufs Wesentliche beschränkten, dafür übersichtlichen Ausstattung und dem neuen, lösungsorientierten Guide-System will sie den Umstieg von Kompakt auf SLR erleichtern. Auch der Einführungspreis, der mit 450 Euro sogar noch 200 Euro unter dem der D5000 liegt, geht zielsicher in Richtung kompakte Oberklasse. Angesichts dessen darf Nikon durchaus hoffen, mit der D3000 an die Erfolge der Vorgängerinnen D40 und D60 anzuknüpfen und dem Kompaktkameramarkt tatsächlich die Käufer abspenstig zu machen.

In der aktuellen COLORFOTO-Ausgabe tritt die neue Nikon gegen ihre unmittelbaren Konkurrentinnen von Canon, Olympus, Pentax und Sony an. Die Ergebnisse sind ambivalent, zeigen aber eines ganz klar: Im Klassenvergleich kann sich die D3000 in Sachen Bildqualität mit mehr oder weniger großem Vorsprung behaupten. Andererseits knausert sie mit Zusatzfunktionen wie Live-View, Bildstabilisator im Kameragehäuse und HD-Video – Features, die durchaus auch für übergelaufene Kompaktkamerafotografen interessant sein könnten.

Positiv wertet COLORFOTO-Autor Karl Stechel dagegen das einsteigerfreundliche Bedienkonzept: „Der Guide ist kein Lernprogramm, sondern eine echte Bedienhilfe. Was man im Guide-Menü wählt, wird an der Kamera auch eingestellt“.

Dabei geht der Guide lösungsorientiert vor. Er fragt den Anwender, was er machen will, und bietet dann die passende Lösung an. Außerdem unterscheidet er zwischen Einsteigern und Fortgeschrittenen und erklärt je nach gewähltem Level unterschiedliche Programme. Vermisst haben die Tester allerdings das sensorgesteuerte Abschalten des Monitors, wenn sich das Auge dem Sucherokular nähert.

Auch aus dem Hause Sony gibt es eine interessante Neuigkeit: die 2000-Euro-Vollformatkamera Alpha 850, rund 800 Euro günstiger als die große Schwester Alpha 900 und doch mit nahezu gleichem Leistungsumfang. Außerdem müssen sich in der aktuellen COLORFOTO-Ausgabe 10/2009 (ab 11. September für 5,50 Euro am Kiosk) neben 20 Vollformat-Zoomobjektiven die ersten Kompaktkameras beweisen, die auf dem lichtempfindlichen, mit der Rückseite nach vorne verbauten CMOS-Sensor Exmor R basieren. Im Internet finden Sie COLORFOTO unter: http://www.colorfoto.de