Erhöhung der Grunderwerbssteuer verteuert Hausbau

Vom 19. August 2010 in Tipps und Infos

Baugeld ist so preiswert wie nie. Das ist ideal für junge Familien, um ihren Traum vom eigenen Heim zu verwirklichen. Doch jetzt erhöhen auf breiter Front die Länder die Grunderwerbssteuer. Wie man die Mehrkosten finanzieren oder sogar an der Grunderwerbssteuer sparen kann, weiß die Baufinanzierungsexpertin Angelina Jost.

Nach Sachsen-Anhalt, Berlin und Hamburg plant auch Niedersachsen die Grunderwerbssteuer um über 20% zu erhöhen. Brandenburg wird 2011 folgen. Dass weitere Länder sich anschließen, ist zu erwarten. Für junge Bauherren ist das oft problematisch. Sie müssen noch ein paar Jahre zur Miete wohnen und sparen. Das ist nachteilig, wenn Nachwuchs erwartet oder geplant ist. Außerdem ist es alles andere als sicher, dass sich die Hypothekenzinsen dann noch auf dem momentan niedrigen Niveau befinden. „Mit ein paar Kniffen können Häuslebauer die Grunderwerbssteuer zwar nicht umgehen, aber reduzieren. Außerdem gibt es die Möglichkeit, die Finanzierung den Mehrbelastungen anzupassen“, weiß Angelina Jost, Senior-Analystin der Hypothekenabteilung der Hannoverschen Leben.

Grunderwerbssteuer sparen

Beim Neubau: Die Grunderwerbssteuer fällt auf den Kaufpreis des Grundstücks an. Wird der Bauvertrag für das Haus ebenfalls mit dem Verkäufer des Grundstücks geschlossen, ist für den kompletten Baupreis – also Haus plus Herstellungskosten – die Steuer fällig. Jost: „In diesem Fall sollten Bauherren darauf achten, dass sie mit einem anderen Unternehmen, das rechtlich vom Grundstücksverkäufer unabhängig ist, den Bauvertrag schließen. Dann ist das Bauvorhaben von der Grunderwerbssteuer befreit.“

Auch beim Hauskauf weiß die Expertin rat: „Bewegliche Teile des Gebäudes sollten separat mit ihrem Preis im Kaufvertrag aufgeführt werden. Diese unterliegen dann nämlich nicht der Grunderwerbssteuer. Bewegliche Teile sind nicht fest mit dem Boden verbundene Teile, wie eine Einbauküche.“

Es gebe, so Jost, auch einige Ausnahmen von der Steuerpflicht. Die häufigste: Wird zum Beispiel das Haus oder das Grundstück von Verwandten in gerader Linie gekauft, etwa von Eltern oder Geschwistern, sei der Kauf ebenfalls nicht steuerpflichtig.

Finanzierung anpassen

„Wer eine Hypothek mit langer Laufzeit wählt, kann sich die aktuell günstigen Zinsen sichern und durch die besonders niedrigen Raten auch mögliche Mehrkosten schultern, die so vorher nicht eingeplant waren“, sagt Jost.
Die Hannoversche Leben bieten seit diesem Sommer mit der Sorgloshypothek eine solche Lösung an. Bauherren können sich bis zu vierzig Jahre den historisch niedrigen Zins sichern. Der Bauherren profitiert von niedrigen Raten und Kalkulationssicherheit. Das Besondere: Sondertilgungen von bis 10% des Darlehensbetrages sind pro Jahre ohne Aufschläge möglich. Die Sorgloshypothek ist außerdem mit der Familienhypothek kombinierbar. Familien profitieren dabei pro Kind von einem Zinsabschlag von 0,25% auf einen Darlehensbetrag von bis zu 75.000 Euro für die Dauer von fünf Jahren.