Fragen und Antworten zum Thema Bluthochdruck

Vom 15. Februar 2010 in Tipps und Infos

Wer seine Blutdruckwerte nicht kennt, ist damit nicht allein. Inzwischen leidet etwa jeder vierte Deutsche unter Bluthochdruck. Vermutlich ist sich aber nur etwa die Hälfte der Betroffenen dessen auch bewusst. Das kann fatale Folgen haben, wie Dr. med. Peter Singer, Internist aus Berlin, im Interview mit dem Portal Naturheilkunde http://www.portal-naturheilkunde.de klarstellte.

Hier die Antworten auf die 10 am häufigsten gestellten Fragen zum Thema Bluthochdruck:

1. Wie stellt man fest, ob man Bluthochdruck hat?
Zuverlässig gelingt das nur, wenn man den Blutdruck regelmäßig beim Arzt oder in der Apotheke messen lässt. Denn man kann jahrelang erhöhte Werte haben, ohne es zu merken. Und zeigen sich doch Symptome, sind es meist sehr unspezifische wie Kopfschmerzen, Schwindel, Atemnot, Herzklopfen oder Müdigkeit.

2. Der Arzt sagt: „Ihr Blutdruck liegt bei 120 zu 80 mmHg“ oder Ähnliches. Was bedeuten die beiden Werte?
Der erste Wert misst den systolischen Druck. Er entsteht in den Gefäßen, wenn das Herz gerade Blut in den Kreislauf pumpt. Der zweite Wert steht für den diastolischen Blutdruck, der in der Erschlaffungsphase der Herzkammern, also zwischen zwei Herzschlägen, gemessen wird. Wer einen Blutdruck von 120/80 mmHg hat, darf sich freuen. Das sind die idealen Werte.

3. Wann spricht man von Bluthochdruck?
Ab einem Druck von 140 zu 90 mmHg in Ruhe. Aber bereits so genannte hoch-normale Werte von 130-139 zu 85-89 mmHg können den Gefäßen erheblich schaden. Man sollte daher unbedingt mit seinem Arzt über das weitere Vorgehen sprechen.

4. Muss man denn auch etwas tun, wenn Bluthochdruck gar keine Beschwerden macht?
Unbedingt, denn nicht ohne Grund nennt man ihn den „stillen Killer“. Jahrelang können durch Bluthochdruck zum Beispiel die Gefäßinnenwände verletzt werden. Die Gefahr von Kalk- und Fettablagerungen, die unsere Adern verengen, nimmt deutlich zu. Diese Arterienverkalkung (Arteriosklerose) verschlechtert die Blutversorgung der Organe und kann damit unter anderem am Herzen und im Gehirn schwere Schäden anrichten, auch ohne dass sich typische Symptome zeigen. Bis man unter Umständen erst nach langer Zeit schließlich mit irreversiblen und häufig sogar potenziell tödlichen Folgen wie einem Herzinfarkt oder Schlaganfall konfrontiert wird. Daher gilt: Je eher man zu hohe Blutdruckwerte senkt, desto besser.

5. Stimmt es, dass Bluthochdruck auch schlecht für die Nieren ist?
Durchaus, denn er führt auf Dauer zu Gefäßveränderungen, die auch einen fortschreitenden Funktionsverlust dieser Organe begünstigen. Wird ihr Filtersystem geschädigt, können sie nicht mehr richtig arbeiten und ihrer Entgiftungsfunktion nachkommen. Schlimmstenfalls versagen die Nieren schließlich ganz. Vielen Patienten, die zur Dialyse (Blutwäsche) müssen, hätte dieses Schicksal erspart bleiben können, wenn ihr erhöhter Blutdruck rechtzeitig erkannt und behandelt worden wäre.

6. Was können Patienten zusätzlich zur ärztlich verordneten Therapie gegen Bluthochdruck tun?
Optimal wäre es, wenn sie nach Rücksprache mit dem Arzt drei- bis fünfmal pro Woche etwa 45 Minuten lang eine Ausdauersportart wie Walking, Radfahren oder Schwimmen betrieben. Auch wenn man täglich nur 20 Minuten spazieren geht, Rad fährt oder schwimmt, kann das den Blutdruck bereits um 5 mmHg senken. Außerdem sollte man auf eine ausgewogene Ernährung achten. Ich rate Bluthochdruck-Patienten: Setzen sie reichlich Obst, Gemüse und Salat auf den Speiseplan – sowie Hülsenfrüchte, Vollkornbrot, Nudeln, Milchprodukte und etwa zweimal die Woche Seefisch. Fett- und salzreiche Speisen reduzieren sie besser. Verwenden sie pflanzliche Öle und Margarine statt tierischer Fette wie Butter oder Schmalz. Trinken sie mindestens eineinhalb Liter pro Tag (am besten kalorienarme Flüssigkeiten). Verzichten sie unbedingt auf Zigaretten! Falls sie übergewichtig sind, sollten Sie auch abspecken. Jedes überschüssige Kilo, das sie abbauen, senkt den Blutdruck um etwa 1,5 mm Hg.

7. Kennen Sie auch Mittel, mit denen man Bluthochdruck ganz natürlich regulieren kann?
Ja, neben der Verordnung von homöopathischen Mitteln wie Homviotensin – welches es nur noch als Tropfen gibt – habe ich sehr gute Erfahrungen mit dem natürlichen Eiweißbaustein Arginin gemacht. Studien belegen, dass bei Bluthochdruck und verengten Gefäßen (Adernverkalkung) häufig ein erheblicher Mangel an Arginin vorliegt. Leider ist unser Körper nicht in der Lage, selbst ausreichend Arginin herzustellen. Eine natürliche Adernformel mit Arginin und dem gefäßschützenden B-Vitamin Folsäure, zum Beispiel in ‚Telcor Arginin plus‘ oder ‚Euviril‘ (rezeptfrei in Apotheken), kann jedoch helfen, den Mangel auszugleichen. Die Adern werden so wieder weit gestellt, das Blut kann leichter fließen und alle Organe mit genug Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Der Blutdruck und somit auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sinken – ganz ohne Chemie. Die Kombination ist gut verträglich, kann langfristig und auch mit Medikamenten eingenommen werden.

Anmerkung vom Portal: ‚Telcor Arginin plus‘ gibt es jetzt auch als Granulat: Man rührt nur 1-mal täglich den Inhalt eines Portionsbeutels in 200 ml stilles Wasser oder Fruchtsaft ein, trinkt – und ist optimal versorgt!

8. Worauf müssen Patienten achten, die ihren Blutdruck selbst messen möchten?
Damit die Werte miteinander verglichen werden können, sollten sie ihren Blutdruck immer zur gleichen Zeit bestimmen – und zwar täglich, je einmal morgens und abends. Wichtig ist, sich vorher fünf Minuten Ruhe zu gönnen, die Werte immer am gleichen Arm zu ermitteln und sich dabei möglichst nicht bewegen. Die Messmanschette muss während des Messvorgangs auf Herzhöhe sein. Wer sich unsicher ist, ob er wirklich alles richtig macht, lässt sich am besten vom Arzt oder in der Apotheke die richtige Handhabung des Geräts zeigen.

9. Lohnt sich die Selbstmessung für Bluthochdruck-Patienten denn überhaupt?
Ja, denn wenn sie die Messwerte stets protokollieren und diese Notizen dem Arzt zeigen, kann er daraus wertvolle Rückschlüsse über die Wirksamkeit der Therapie ziehen.

10. Ich hatte neulich beim Arzt zunächst einen etwas zu hohen Blutdruck. Eine Viertelstunde später waren die Werte dann wieder okay. Können Sie mir das erklären?
Vermutlich waren Sie anfangs noch etwas hektisch und aufgeregt. Das kann bei der ersten Messung durch den Arzt leicht zu erhöhten Blutdruckwerten führen, obwohl der Blutdruck sonst eigentlich normal ist. Man spricht hier auch vom „Weißkittel-Effekt“. In solchen Fällen sollte nach etwa 15 Minuten ein zweites Mal gemessen werden. Besteht ein begründeter Verdacht auf Bluthochdruck, erhält der Patient ein Langzeitmessgerät, das 24 Stunden lang alle 15 Minuten die Blutdruckwerte ermittelt. So erhält der Arzt ein verlässliches Ergebnis und kann – falls nötig – eine Behandlung einleiten.