Hausmittel gegen Fieber bei Kindern

Vom 14. April 2011 in Tipps und Infos

Im Kindesalter treten häufig Fieber und Schmerzen auf. Vielfach können Eltern mit einfachen Hausmitteln selbst Abhilfe schaffen. In spezifischen Situationen ist jedoch die Gabe eines gut wirksamen und gut verträglichen Medikaments indiziert. Hier ist besonders bei Säuglingen und Kleinkindern auf die richtige Wahl des Wirkstoffs, die optimale Dosierung und auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Denn: Bei Fieber kann es relativ rasch zu gefährlichen Dehydrationszuständen kommen, die mitunter sogar eine Behandlung im Krankenhaus erfordern.

Fieber ist eine natürliche Waffe des Körpers gegen Bakterien und Viren. Bei einem Kind, das ansonsten einen guten Gesamteindruck vermittelt, muss die Körpertemperatur erst dann gesenkt werden, wenn sie 39°C übersteigt. „Dies gelingt häufig mit einfachen Hausmitteln“, betont die Wiener Fachärztin für Kinder- und Jugendheilkunde Dr. Daniela Kasparek.

Hausmittel gegen Fieber und Schmerz

Wenn ein Kind während des Anfieberns unter Schüttelfrost leidet, sollte es warm eingepackt werden. Beginnt jedoch der ganze Körper zu glühen, kann mittels kühler Getränke und unterkörperwarmer – aber keinesfalls zu kalter – feuchter Wickel gekühlt werden. Diese werden an den Beinen oder – sofern das Kind dies als angenehm empfindet – an einer möglichst großen Körperoberfläche angewendet. Ältere Kinder können auch ansteigende Fußbäder nehmen. Sinkt das Fieber innerhalb einer Stunde um 0,5°C bis 1°C, sind keine zusätzlichen Maßnahmen erforderlich. Leidet das Kind unter Mattigkeit, Unruhe, Erbrechen, etc. oder ist generell in einem schlechten Allgemeinzustand, muss relativ rasch ein Kinderfacharzt hinzugezogen werden. „Grundsätzlich sollte bei allen fiebernden Kindern darauf geachtet werden, dass sie viel trinken“, rät Dr. Kasparek.

Schmerzhafte Blähungen im Säuglingsalter lassen sich durch leichte Bauchmassagen, Auflegen eines Thermophors, Einführen von Darmröhrchen etc. lindern. Bei Klein- und Schulkindern häufig auftretende Seromukotympanons (Sekretansammlungen in der Paukenhöhle) reichen meist entzündungshemmende, schmerzstillende und abschwellende Maßnahmen. Schmerzlindernd wirkt lokal angewandt Wärme, etwa durch Auflegen von Kirschkernkissen, sowie das Eintropfen von lauwarmem Olivenöl in den Gehörgang. Bei Durchfall wirken Dunstwickel, Thermophor oder das Auflegen eines feuchten Handtuches auf den Bauch. Des Weiteren sind Diätmaßnahmen zielführend. Menstruationsbeschwerden können durch Wärmekissen, Thermophor etc. gelindert werden.

Empfohlenes Medikament für Kinder mit Schmerzen

Wird für die Behandlung von Kindern mit fieberhaften Infekten und Schmerzzuständen ein Medikament benötigt, ist das nichtsteroidale Antiphlogistikum Ibuprofen eine gute Wahl. Es wirkt sowohl gegen Fieber, als auch Entzündung und Schmerz und zeichnet sich durch eine besonders große therapeutische Breite und exakte Dosierbarkeit aus. „Die Gefahr unerwünschter Effekte durch eine Überdosierung ist dadurch sehr gering – das Medikament ist daher auch für Eltern einfach und sicher zu handhaben“, erläutert Prim. Univ. Prof. Dr. Karl Zwiauer, Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde, Landesklinikum St. Pölten. Im Vergleich zu Ibuprofen besitzt das ebenfalls häufig angewendete Nichtopioid-Analgetikum Paracetamol eine relativ geringe therapeutische Breite, dadurch kommt es bei einer Überdosierung leichter zu Leber- und Nierenproblemen. Nierenprobleme können letztendlich die bei Fieber ohnehin erhöhte Neigung zu Dehydrierung verstärken. Darüber hinaus ist ein klarer Zusammenhang zwischen dem Paracetamol-Verbrauch und dem Auftreten von Asthma eindrucksvoll nachgewiesen. „Es gibt Grund zur Annahme, dass die Anwendung von Paracetamol ein Auslöser ist, der in Folge zur Entwicklung von Bronchialasthma führt“, berichtet Ao. Univ. Prof. Dr. Christian Nanoff, Institut für Pharmakologie, Medizinische Universität Wien. „Im Vergleich zu Paracetamol scheint dieses Risiko für Ibuprofen nicht zu bestehen.“ Auch die Häufigkeit von Rhinokonjunktivitis und/oder Ekzem steigt dosisabhängig mit dem Paracetamol-Verbrauch.

Einen Sicherheitsvorsprung hat Ibuprofen auch bei Patienten mit Lebererkrankungen, bei denen Paracetamol seinerseits lebertoxisch wirken kann. Bei Überdosierung kann Paracetamol auch zu einer Beeinträchtigung der Nierenfunktion führen. Für Ibuprofen spricht neben seiner stark entzündungshemmenden Wirkkomponente auch seine ausgezeichnete Verträglichkeit. Prim. Zwiauer: „Daher ist Ibuprofen ein leicht zu handhabendes Medikament für den Praxis- und Hausgebrauch und bei allen fieberhaften Krankheitsbildern, bei denen auch eine Entzündungshemmung gewünscht ist – z.B. bei Mittelohr- oder Mandelentzündungen – erste Wahl.“

| Bildquelle: Klaus Vyalek / Hennrich.PR