Schreibabys pucken

Vom 28. Juni 2010 in Tipps und Infos

In den letzten Jahren mehren sich die Fälle von Babys, die unstillbar schreien, sogenannte „Schreibabys“. Oft wird eine sogenannte Dreimonatskolik diagnostiziert. Die Eltern beobachten in vielen Fällen, dass beim Schreien Blähungen abgehen.

Häufig sind die Blähungen jedoch gar nicht die Ursache des Schreiens, sondern vielmehr eine Folge davon, denn beim Schreien wird auch viel Luft verschluckt, welche sich dann in Form von Blähungen wieder einen Weg aus dem Babykörper sucht. Doch wenn die Babys nicht wegen der Blähungen schreien, weswegen schreien sie dann?
Ganz viele Babys sind einfach nur völlig übermüdet und haben große Probleme beim Einschlafen. Oft wachen sie auch viel zu früh wieder auf, der Schlaf dauert häufig nur etwa eine halbe Stunde. Die Eltern berichten, ihr Baby würde im Schlaf erschrecken. Es fängt dann an zu schreien, und in vielen Fällen schildern die Eltern, sie hätten den Eindruck, ihr Baby sei noch gar nicht wieder richtig wach. Diese Babys schreien vor allem, weil sie völlig übermüdet sind!

Während früher Schreibabys die Ausnahme waren, kennt heute fast jede junge Mutter eine andere Mutter, die ein Schreibaby oder extrem unruhiges Baby zu versorgen hatte – oder sie war sogar selber davon betroffen. Warum gibt es heutzutage so viel mehr Schreibabys als noch vor 20 Jahren?
In vielen Fällen müssen wir die Ursache in der geänderten Lebensweise suchen. Heutzutage werden Babys zum Schlafen grundsätzlich auf den Rücken gelegt, was allgemein empfohlen wird, um das Risiko zu verringern, dass das Baby am plötzlichen Kindstod verstirbt. Jedoch würden sich viele Babys auf dem Bauch sehr viel wohler fühlen, weil sie dann eine angenehme Begrenzung spüren: Ärmchen und Beinchen werden gegen die Matratze gedrückt, das Baby erfährt dadurch eine enge Begrenzung, ganz ähnlich wie im Mutterleib. Bei den Babys, die im Schlaf erschrecken und dann schreien, beobachtet man oft heftige Armbewegungen, die mit dem Schreck einher gehen, und die das Schreien auslösen. Bei Babys, die auf dem Bauch schlafen, werden diese Schreck-Situationen sehr viel seltener beobachtet.

Dies soll auf keinen Fall als Aufforderung verstanden werden, das Baby zum Schlafen auf den Bauch zu legen. Vielmehr gibt es eine andere Lösung für dieses Schlaf-Dilemma!

In einer amerikanischen Studie wurde nachgewiesen, dass Babys länger schlafen und weniger schreien, wenn sie zum Schlafen eingewickelt (gepuckt) werden. Hierbei werden vor allem die Arme eng umhüllt, um dem Baby wieder ähnliche Begrenzungen zu verschaffen wie im Mutterleib. Wenn das Baby dann im Schlaf erschrickt, schlagen seine Arme nicht endlos umher, sondern finden in den umhüllenden Decken sofort wieder Halt, und das Baby kann meist friedlich weiterschlafen, denn diese Begrenzung nach einem Schreck kennt es noch aus dem Mutterleib. Auch Hebammen empfehlen in letzter Zeit immer häufiger, dass die Eltern ihre Babys wenigstens in den ersten Wochen oder Monaten in Decken pucken.

Zum Pucken benötigt man geeignete Tücher. Sie sollen nicht zu warm sein, damit das Baby nicht schwitzt. Und sie müssen dem Baby guten Halt haben, damit es sich nicht innerhalb kurzer Zeit wieder freistrampelt. Mit etwas Übung ist dies leicht zu erlernen, im Internet befindet sich z.B. unter http://puckanleitung.ideen-rund-ums-kind.de/ eine ausführliche bebilderte Anleitung. Wer sich nicht gleich eine Puckdecke kaufen möchte, der kann mit einem Kopfkissenbezug oder mit einem Badehandtuch ausprobieren, ob enges Einwickeln bei dem betroffenen Baby hilft. Für alle diejenigen, die mit Decken nicht klarkommen, gibt es auf dem Markt Ganzkörper-Pucksäcke. Diese sind oft mit Klettverschlüssen ausgestattet, welche dafür sorgen, dass das Baby fest und sicher eingewickelt werden kann.

Neue Puckhilfen helfen Babys beim Schlafen

In letzter Zeit setzen sich immer mehr sogenannte „Puckhilfen“ als Schlafsack-Ersatz für Neugeborene durch. Die Idee dabei ist, das Baby eng einzuwickeln, und ihm dadurch wieder eine schützende Hülle anzubieten, die es an die Zeit im Mutterleib erinnert. Manch einer ist geschockt, weil er dieses Einwickeln als „Fesseln“ missdeutet. Wer sich jedoch vor Augen führt, wie eng umhüllt ein Baby viele Wochen im Mutterleib verbrachte, dem dürfte einleuchten, dass ein Neugeborenes sich durch eine kuschelig-enge Stoff-Hülle sicherlich nicht eingeschränkt oder gar gefesselt fühlen wird.

Die meisten Neugeborenen beruhigen sich schneller und schlafen besser, wenn sie eng eingewickelt sind. Dabei ist es wichtig, dass die Arme gut umschlossen sind, während man den Beinen einen gewissen Freiraum lassen sollte, damit sich die Hüfte optimal entwickeln kann. Im Internet findet man zahlreiche Berichte von Eltern, die sehr gute Erfahrungen mit dem Pucken gemacht haben. Vor allem über einen viel längeren und besseren Schlaf wird berichtet. In Folge schreit dann das Baby deutlich weniger, weil es seltener übermüdet ist.

Der beliebte und bekannte Ganzkörper-Pucksack „SwaddleMe“ ist seit Kurzem in weiteren hübschen Farben und Mustern erhältlich. Dieses Produkt wird in Deutschland schon seit 2006 angeboten und erzielt im Internet regelmäßig beste Kundenbewertungen. Neu in Deutschland erhältlich ist der Ganzkörper-Pucksack „Pacco“, der aus festem Baumwoll-Flanell hergestellt wird, und der daher besonders für die extrem unruhigen oder schon etwas größeren Babys zu empfehlen ist.

Mit „SwaddleSquare“ ist nun ein großes Baumwolltuch erhältlich, das bestens zum Pucken geeignet ist, denn die meisten anderen Babydecken sind zum Pucken zu klein. Besonders praktisch: nach der Puckzeit wird das SwaddleSquare als normale Babydecke verwendet. Der SwaddlePod ist eine super-günstige Puckhilfe, bei der die Babys durch einen hohen Elasthan-Anteil lockerer gepuckt werden als in anderen Puckhilfen. Die Handhabung des SwaddlePod ist kinderleicht, und das Produkt ist generell für alle Babys ab direkt nach der Geburt zu empfehlen.

| Bildquelle: SwaddleMe