Wissenswertes zu Implantaten

Vom 17. September 2008 in Tipps und Infos

Was man als Patient über Implantate wissen muss

Das Implantat ist eine künstliche Zahnwurzel, die ihren Eigenschaften zufolge in der Lage ist, eine natürliche Zahnwurzel optimal zu ersetzen. Allen Implantaten gemeinsam ist heute das Material, aus dem sie hergestellt werden. Es handelt sich um hochreines Titan, das für den menschlichen Körper besonders günstige Eigenschaften besitzt. Es ist biokompatibel und gewebefreundlich, d. h. es wird vom Knochen und den ihn umgebenden Geweben hervorragend angenommen und hat so gut wie kein allergenes Potenzial. Eine Abstoßung der Implantate durch den Körper findet somit in aller Regel nicht statt.

Wenn ein Implantat in den Kieferknochen eingesetzt wird, passiert etwas Wunderbares. Mit der Zeit wachsen die Knochenzellen in die nur mikroskopisch sichtbar raue Oberfläche des Implantats und verbinden sich fest mit ihr. Die Zahnärzte nennen diesen Prozess Osseointegration. Dieses Wort setzt sich aus den lateinischen Wörtern Os (=Knochen) und integrare (=einbinden, Einheit) zusammen. Das Implantat und der Knochen bilden nun eine Einheit.

Wo werden Implantate angewendet?

Laut der so genannten Konsensus-Konferenz von 2003, einem Zusammenschluss von Experten und Implantologieverbänden, soll es das Ziel sein, dass jeder fehlende Zahn durch ein Implantat ersetzt werde. Wenn diese optimale Versorgung aus verschiedenen Gründen nicht durchgeführt werden kann, das heißt, nicht jeder fehlende Zahn durch ein Implantat ersetzt werden kann, so kommen diverse Möglichkeiten, z. B. implantatgestützte Brücken und herausnehmbarer Zahnersatz, als Alternativen in Frage. Das heißt, es ist ohne weiteres möglich, Patienten mit kombiniert zahn- und implantatgestütztem Zahnersatz, wie z. B. Doppelkronen oder Brücken, zu versorgen.

Wenn nur ein einzelner Zahn fehlt, ist ein Implantat in bestimmten Fällen die beste Lösung, denn bei einem herkömmlichen Zahnersatz, wie z. B. einer Brücke, müssten die zwei, unter Umständen gesunden Nachbarzähne beschliffen werden. Wenn man dies verhindern möchte, ohne ein Implantat zu verwenden, käme noch ein herausnehmbarer Zahnersatz in Betracht, der mit Klammern an den übrigen Zähnen befestigt wird. Dies wäre wohl die denkbar schlechteste Lösung, da zum einen die »Klammerzähne« durch die Klammern langfristig beschädigt werden und zum anderen ein Zahnersatz zum Herausnehmen eingesetzt werden müsste, nur um einen einzigen Zahn zu ersetzen. Beide Alternativen wären vom Aussehen her bei weitem nicht so überzeugend wie eine Einzelkrone auf einem Implantat. Somit bietet sich die implantatgetragene Krone hier als Ideallösung an. Die Ästhetik ist besser und die Nachbarzähne werden geschont.

Bei zwei Implantaten zum Ersatz zweier fehlender Zähne liegen die Kosten natürlich höher. Deshalb sollte man einen fehlenden Zahn sofort durch ein Implantat ersetzen, um dem weiteren Zahnverlust vorzubeugen. Bei einer konventionellen Brücke, bei der der fehlende Zahn nur optisch, aber natürlich nicht tatsächlich ersetzt wird, besteht langfristig die Gefahr der parodontalen Schädigung der Brückenpfeiler durch die Schrumpfung des Kieferknochens und nachfolgend der Verlust dieser Zähne, so dass eine größere Lücke entsteht. Der Kieferknochen baut sich infolge der fehlenden Belastung weiter ab und dadurch können die restlichen Zähne in Gefahr gebracht werden. Dieser Prozess ist nur durch das Setzen von Implantaten zu stoppen, da durch die anhaltende Belastung des Knochens der fortschreitende Abbau verhindert werden kann. Auf die Dauer ist es ohnehin sinnvoller und kostengünstiger, die Implantatversorgung zu wählen, als einen Zahn nach dem anderen verloren gehen zu lassen.

Am einfachsten und sichersten ist der Einsatz von Implantaten, wenn nur ein oder zwei Zähne fehlen. Für eine konventionelle Brücke müssen die Nachbarzähne, unter Umständen gesunde Zahnsubstanz, präpariert werden. Setzt man jedoch Implantate, erhält man die Nachbarzähne und kann langfristig Geld sparen, da die Kosten für ein Implantat mit Suprakonstruktion, in diesem Fall eine Krone, nur wenig über den Kosten für eine Brücke liegen. Fehlt ein Zahn zur hinteren Begrenzung einer Lücke, so kann ein Implantat die Aufgabe eines Pfeilers übernehmen. Zwei Implantate dienen in einem solchen Fall als sichere Brückenpfeiler.

Implantate stellen heute in vielen Fällen eine elegante und technisch ausgereifte Optimallösung dar, zu der es keine adäquate Alternative gibt. Sie eignen sich auch zur Stabilisierung von Prothesen in bereits zahnlosen Kiefern. Eine implantatgetragene Stegverbindung gibt einer Totalprothese sicheren Halt, sie verhindert nicht nur das Schaukeln, sondern optimiert auch Kau- und Sprechfunktion. Ob für Sie ein Implantat in Frage kommt, muss in einem persönlichen Gespräch mit Ihrem behandelnden Zahnarzt geklärt werden.

Verwendete Quellen:

Zahnimplantate & Co., Dr. (H) Peter Borsay, TRIAS-Verlag, ISBN 383043275